Archive | November 2005

Sonntagvormittag

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in einer rheinischen Kleinstadt. So sieht das aus.

Es war mal wieder Zeit

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für eine Party, und nachdem jetzt wieder alle Räume bis auf mein Zimmer in ihren Originalzustand versetzt sind, schleicht sich der Kopfschmerz an, und zwar heimtückisch. Von hinten links über die Bande.
Und ich verfluche mal wieder meinen selbstdisziplinatorisch und moralisch zwar hehren, aber dennoch eigentlich dämlichen Leitsatz ‚Selbstverschuldete Kopfschmerzen werden NICHT mit medizinischen Hilfsmitteln bekämpft‘.
Naja. Mussich jetzt durch.

Fotos folgen, sobald ich wieder an die Schublade mit dem Kamera-Kabel drankomme, bis dahin noch kurz ein paar Danksagungen: Gerhard und Eva für die Muffins, dem unbekannten Spender für die überbackenen Datteln mit Ziegenkäse (Bitte nachmachen. Sehr zu empfehlen), Rouven und Martina für die jetsetmäßige Anreise aus der befreundeten Großstadt mit Hafen, Til für die großartigen Plätzchenausstechförmchen, der deutschen Sprache für die Ermöglichung solch abenteuerlicher Wortkombinationen und den letzten Gästen dafür, daß sie gegen halb acht uhr morgens dann doch mal nach hause gegangen sind. Ich hoffe, ich hab niemanden vergessen.

Highlights des gestrigen Abends: tröpfeln vermutlich im Lauf der Woche aus meinem Gedächtnis, Highlights des Heutigen: a) um fünfzehn Uhr noch nen Bäcker mit frischen Brötchen finden, b) trotz dickem Kopp das Zeit-Kreuzworträtsel innerhalb einer Dreiviertelstunde komplett lösen, c) bemerken, daß heute ein Tatort kommt. Hoffentlich ist der besser als letzte Woche.

There’s some serious killin‘ to be done

‚A History of Violence‘. ‚Sin City‘. Whatever. You name it.
Über die Qualitäten der Filme läßt sich lange diskutieren, damit fange ich jetzt hier gar nicht erst an, aber eins haben alle Filme dieser Sorte gemeinsam: eine bestimmte Sorte Publikum.

Während ich angestrengt versuche, mein Abendessen im Magen zu behalten, sitzen vor mir, hinter mir, neben mir eine Menge Leute, die vermutlich Pulp Fiction für den Höhepunkt des abendländischen Kinos halten und sich gar nicht mehr einkriegen vor lauter ‚hö hö‘ und ‚hasse dat gesehn?‘. Gerne werden auch besonders zitierfähige Textzeilen laut und mehrfach wiederholt.

Ich sag euch mal was, Dumpfbacken:
Figuren mit abgeschossenen Ohren/Armen/Gesichtern oder Leichen, die plötzlich anfangen, aus künstlich herbeigeführten Körperöffnungen zu sprechen, sind NICHT WITZIG.

Zeitumstellung makes us sad

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Noch siehts da draußen ja ganz gut aus, aber wer weiß, wie lange das so bleibt.
„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.“
Rainer, Maria und Rilke haben mal wieder recht, wie jedes Jahr.
Damit die gute Laune trotzdem noch ein wenig länger überlebt, empfehle ich als Soundtrack ‚Last Good Day of the Year‘ von Cousteau.