Archive | September 2006

Cooper – we found Laura’s murderer.

Ich lach mich gerade schlapp – daß ich neulich erst Twin Peaks als grossartige Serie entdeckt habe (mit über fünfzehn Jahren Verspätung, ich weiss), hab ich vermutlich schon jedem erzählt.
Wer von euch die Serie kennt, wird sich bei diesem Video hier vermutlich genauso kringeln vor Lachen wie ich.

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Li La Leipzig.

Von links nach rechts: Asia-Schnellimbiss, Dönerbude (bedient von den selben Damen), Eingang zur (nicht sichtbaren, weil innenliegenden) Backstube und ganz rechts außen dann noch die Metzgerei-Cum-Currywurstbude: die ganze kulinarische Welt in einem Ladenlokal. Tolltolltoll. In Leipzig wird MULTIKULTI anscheinend wahrhaft großgeschrieben.

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Mein Wochenende in der Heimat, Part 1

Prelude: zwei Tage vorher, wegen einer Gruß-Sms vom Kante-Konzert und der darauf folgenden Antwort die freudige Entdeckung, daß sich am Freitagabend, an dem ich ohnehin heimatbesuchstechnische Ausgehlangeweile befürchtete, DEICHKIND im Musikbunker Aachen die Ehre geben.

Freitagabend, dann.
20 Uhr: mit dem kleinen Punto der kleinen Schwester auf dem Weg zur Autobahn nach Aachen.
20.30 Uhr: immer noch auf dem Weg zur Autobahn im Stau vor dem provinziellsten aller Bahnübergänge in der Umgebung, der Grund: ein Trecker, der die Straße blockiert.
20.45 Uhr: endlich auf der Auffahrt, leicht nervös, denn in einer Viertelstunde soll es eigentlich schon losgehen. Wie absurd früh. Deren letztes Konzert, das ich miterlebt habe, fand um halb vier Uhr nachts in einem dreckigen Kellerclub statt.
20.53 Uhr: die freudige Feststellung, daß der kleine Punto der kleinen Schwester ganz große 150 km/h fahren kann.
21.04 Uhr: Rauschen im Autoradio. Ich verlasse den 1Live-Sektor. Yippie yippie yeah, jetzt ist es nicht mehr weit. Den Weg kenne ich immer noch blind.
21.20 Uhr: in Rekordzeit einen Parkplatz gefunden und zum Eingang gesprintet. Die Band hat natürlich Verspätung und noch längst nicht angefangen. Dafür fällt mir Kerstin wild um den Hals. Mann, war ich lange nicht mehr hier.
21.24 Uhr: Drinnen. Hier sind aber wirklich ganz schön viele Männer. Wieso ist mir das während der fünf Jahre Studium nie so aufgefallen?
21.37 Uhr: alle alten Bekannten begrüßt, ein Kölsch in der Hand, das Timing ist perfekt: es geht los.
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21.38 Uhr: BEWEG DICH SO DASS NIEMAND WEGGUCKT – den Opener kannte ich noch gar nicht. Die dreieckigen Hüte allerdings schon, und auch die Leuchtstäbe und die Fahne und überhaupt. Ich kam schon mit dem Gedanken hierher, daß es wohl beim dritten Mal Deichkind live ein wenig an Reiz verloren haben würde, das Geschehen auf der Bühne. Und sowieso, arroganter Großstadtbewohner ich – das hier ist Aachen. Daß die Band überhaupt so viele Leute hier hereinlockt. Aber ich werde das Gefühl nicht los, daß das hier irgendwie noch mal ne andere Nummer ist als im Rio, oder auf dem Melt, oder sonst irgendwo. Unglaublich. Es ist noch nicht mal zehn Uhr, das Konzert ist noch keine zwei Songs am Laufen, und Aachen hüpft und feiert, als ob es kein Morgen gäbe.
Und trotz der frühen Uhrzeit und der Tatsache, daß in derselben Nacht noch ein Auftritt in Hamburg folgen wird, gibt das Deichkind alles. ALLES.
Irgendwann später: Als beim letzten Stück auch hier wieder das Publikum auf die Bühne stürmt und sich die Band klammheimlich aus dem Staub macht (im Übrigen der cleverste Abgang, den sie in dieser Situation wählen konnten, sonst hätte das Publikum sie wohl niemals zum Ausgang durchgelassen), schaue ich mich um und blicke nur in schwitzige und unglaublich glücklich grinsende Gesichter.
Yeah.
So schlimm kann der morgige Tag dann gar nicht mehr werden, schließlich hat sich allein für das hier die Anreise schon gelohnt.