Archive | November 2006

Tief in der digitalen Fotokiste

Daß mir neulich die externe Festplatte abgerauscht ist, hat auf eine gewisse Weise auch sein gutes. Einen Teil der Daten konnte ich ja noch retten, aber die Dateibezeichnungen gingen leider alle verloren. Und manche Dateien sind auch kaputt, aber man sieht nicht, welche. Also spiele ich seit einiger Zeit immer dann, wenn ich Muße habe, Datenroulette: alles öffnen, was geht, und alles, was sich nicht öffnet: wegschmeissen. Heute bin ich bei dem Ordner mit den Bildern angelangt, und das ist fast so toll wie auf dem Dachboden zu wühlen… Hier eins der Schätzchen, das ich zutage gefördert habe.

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Mit dem Bild können vermutlich nur die Ex-Aachener was anfangen, aber die – das wette ich – waren am Vorabend dieses Bildes auch garantiert alle daran beteiligt, daß der Raum nun mal so aussah, wie er aussah. Und es sei angemerkt: diesem Bild gehen bereits drei Stunden Aufräumarbeiten voraus.

Suchbegriffsalat

Mein Lieblingstool bei WordPress ist ja die Blog-Statistik. Unglaublich, nach was Leute so alles googeln, und noch unglaublicher, daß sie dann hier landen – ich entschuldige mich bei all denen, die durch die hoffnungsfrohe Eingabe der Wortkombination ‚hey you rocksteady crew mp3‘ nicht bei Umsonst-Musik, sondern hier landen, und auch bei denen, die nach ‚Deichkind beweg dich‘ gesucht haben und dann einen Bericht über den Musikbunker in Aachen vorfinden. Beide Begriffe werden ziemlich oft gesucht, ich bin ehrlich überrascht.

Ein wenig amüsiert hab ich mich allerdings über die Person, die nach „Fotos von Kellnern aus dem White Trash“ gesucht hat – wen willst du denn sehen? Vielleicht das Emokid, das sich mit erkennbarem deutschen Akzent standhaft weigert, etwas anderes als Englisch zu sprechen? Oder die Frau mit der schwarz/platinblonden Strubbelfrisur? Notfalls wirst du hier fündig. Oder hier. (Abbildung zumindest ähnlich)

Mein Leben auf einem Mixtape. Seite A, Titel 04

2001-2003. Aachen
Røyksopp – Eple

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Die WG in Aachen. Vor Berlin der letzte Ort, der für mich ‚Zuhause‘ war. Manchmal flackert auch heute noch ein bißchen Heimweh nach diesem Ort, den es so gar nicht mehr gibt.
Mitbewohner, die einem eigentlich näher stehen als die eigene Familie, und diese Dachterrasse, auf der es unzählige Abende gab, mal mit Besuch von Freunden, mal ohne, aber immer mit Wein, Kerzen, Gesprächen unter freiem Himmel und dem Ausblick über das Frankenberger Viertel und die irgendwie doch fast ein bißchen großstädtische Bahntrasse mit den gemauerten Steinbögen.

Mein Leben auf einem Mixtape. Seite A, Titel 03

2001. Kings Cross Hotel Sydney, dienstags
Coldplay – Yellow

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2001, das Austauschsemester in Sydney, und eine ziemlich feste Truppe gitarrenmusikfreundlicher Menschen aus aller Herren länder – ich mittendrin. Der Mensch braucht Gewohnheiten, und ein halbes Jahr lang sind wir fast jeden Dienstagabend in einen bestimmten Club gegangen, der Loaded hieß und in dem hauptsächlich Britpop (so hieß das damals noch) gespielt wurde. Der Riesenhit zu dieser Zeit war dort ‚Yellow‘, und auch ein Riesenhit war dieser süße Junge, der sich immer gefreut hat wie ein Schneekönig, wenn das Lied mal wieder kam. Es kam ziemlich oft. Ein paar Wochen hintereinander habe ich ihn dort gesehen, aber als ich mir dann endlich einmal vorgenommen hatte ‚Heute abend sprichst du ihn an‘, war er nicht dort. Und auch in den Wochen danach nicht mehr… Sehr schade, und wenn ich irgendwo das Lied höre (was in letzter Zeit allerdings logischerweise selten vorkommt), denke ich ja doch noch kurz darüber nach, was wohl gewesen wäre, wenn ich es eine Woche vorher endlich hingekriegt hätte, den schönen Coldplay-Fan anzusprechen.

Mein Leben auf einem Mixtape. Seite A, Titel 02

2000. Am Küchenfenster in Aachen
Bossa Nostra Featuring Bruna Loppez – Jackie

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Ein Sommer, an dessen Ende sehr viele Abschiede bevorstanden. Freunde, die sich in den folgenden zwölf Monaten über die europäischen Großstädte verteilen würden. Ich daneben mit dem wachsenden Gefühl, dringend etwas an meinem Leben verändern zu müssen.
Viele Nachmittage mit viel zuvielen Zigaretten auf der Fensterbank in der Küche, Starren aus dem Fenster, nachdenken über die Zukunft, und über all dem schwebt die wehmütige Stimme aus diesem Lied.

Mein Leben auf einem Mixtape. Seite A, Titel 01

1996. Eine rheinische Kleinstadt in der Nähe von Köln:
Whirlpool Productions – From Disco To Disco

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Damals war die Welt noch in Ordnung.
Der Führerschein frisch in der Tasche, das Abi war noch meilenweit entfernt, und elektronische Musiker nahmen ihre Platten noch in kleinen Kellerstudios in Eifeldörfern auf anstatt in Berliner Hinterhöfen.
Jeden Dienstag gab es den Funky Chicken Club im Lulu, wo man Drinks zu sich nahm wie ‚Sekt auf Eis‘ und die Mutter des DJs auf dem Klo noch eigenhändig ihre Abba-Platten aufgelegt hat. Am nächsten Tag dann nach der Schule mit dem Auto zum Baggersee. Und im Radio: die selbstaufgenommene Kassette mit den Songs vom Vorabend. Bei diesem Song hab ich immer besonders laut aufgedreht.

IF YOUR LIFE WAS A MOVIE

what would the soundtrack be?

Jaja, ich weiss, der Fragebogen hat mittlerweile einfach schon JEDEN erreicht, manche Leute benutzen diese Methode sogar beruflich, aber ich will doch auch mitmachen und komm erst jetzt dazu, ihn zu beantworten.

So, here’s how it works:

1. Open your library (iTunes, Winamp, Media Player, iPod, etc)

2. Put it on shuffle

3. Press play

4. For every question, type the song that’s playing

5. When you go to a new question, press the next button

6. Don’t lie and try to pretend you’re cool because you’re not…

Opening Credits Stina Nordenstam – Dynamite
Birth Nada Surf – Blankest Year
Waking Up The Strokes – Fear of Sleep (ehrlich! kein Witz!)
First Day At School Element of Crime – Im Himmel ist kein Platz mehr für uns zwei
Falling In Love Alan Braxe & Fred Falke – Rubicon
Breaking Up Deichkind – Prost (haha)
Prom Colder – (She starts dancing) To the music
Happy Times Røyksopp – Sparks
Divorce Jonny Trunk – Sister Woo
Crying Metric – Combat Baby
Eating Rifles – When I’m Alone
Sleeping Art Brut – Brand New Girlfriend (das Lied kommt eine Position zu früh, glaub ich)
Making looooove The Aim Of Design Is To Define Space – Magic Juhnke
Life’s OK Bondage Fairies – Pink Eye Paranoia (mannomann, auch das würde auf die nächste Frage viel besser passen)
Mental Breakdown Safety Scissors – Sunlight
Punch-on Steve Bug – Drives Me Up The Wall
Driving Peter Bjorn And John – Amsterdam
Flashback The Fiery Furnaces – Duffer St George
Getting Back Together The White Stripes – Doorbell
Birth of Child Blumfeld – Jugend von heute
Wedding Pale – Goodbye Trouble
Final Battle Björk – Joga (Atari Teenage Riot Mix)
Death Scene Frank Sinatra – Moon River (ehrlich! ich hab hier nicht geschummelt! aber ich find’s großartig)
Funeral Song Joanna Newsom – Yam and Glue
End Credits Tocotronic – Rock Pop in concert

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