Archive | September 2007

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
in allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.

Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Dieses Gedicht heisst ‚Weltende‘ und wurde vor fast hundert Jahren geschrieben von jemandem namens Jakob van Hoddis. Wikipedia sagt, dieser Herr van Hoddis hat in Berlin gelebt, und das wiederum bringt mich zu dem Schluss: Klimawandel hin oder her, vor hundert Jahren war auch schon genau so ein Sauwetter wie heute.

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