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Gibts auch in Florenz: Tischtennis.

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Suchbegriffsalat

Mein Lieblingstool bei WordPress ist ja die Blog-Statistik. Unglaublich, nach was Leute so alles googeln, und noch unglaublicher, daß sie dann hier landen – ich entschuldige mich bei all denen, die durch die hoffnungsfrohe Eingabe der Wortkombination ‚hey you rocksteady crew mp3‘ nicht bei Umsonst-Musik, sondern hier landen, und auch bei denen, die nach ‚Deichkind beweg dich‘ gesucht haben und dann einen Bericht über den Musikbunker in Aachen vorfinden. Beide Begriffe werden ziemlich oft gesucht, ich bin ehrlich überrascht.

Ein wenig amüsiert hab ich mich allerdings über die Person, die nach „Fotos von Kellnern aus dem White Trash“ gesucht hat – wen willst du denn sehen? Vielleicht das Emokid, das sich mit erkennbarem deutschen Akzent standhaft weigert, etwas anderes als Englisch zu sprechen? Oder die Frau mit der schwarz/platinblonden Strubbelfrisur? Notfalls wirst du hier fündig. Oder hier. (Abbildung zumindest ähnlich)

Also, ich riech nix.

Eigentlich bin ich ja ganz anderer Meinung als Jens Friebe.
Ich mag Deutsches Kino, genauso wie ich englisches Kino mag, und manchmal sogar französisches. In ganz seltenen Fällen funktioniert es sogar, wenn Deutsches Kino Ausflüge in die USA macht.
Aber momentan ist ein Film im Kino, der das Prädikat „Deutsches Kino“ ziemlich zu unrecht trägt.
Da ist nun allerorten zu lesen, was für ein Prachtexemplar Tom Tykwer da in die Welt gesetzt hat, und ich will gar nicht bestreiten, daß diese Romanverfilmung qualitätvolles internationales Mainstream-Kino darstellt – die Betonung liegt hier allerdings auf „international“. „Kostümfest“ und „Ausstattungsschlacht“ würde ich auch noch als beschreibende Attribute gelten lassen.
Aber Deutsches Kino geht anders. Ganz anders. Und besser. Auch ohne ein Budget von 50 Millionen Euro.

Hey You The Rocksteady Crew

Während ich diese Zeilen hier tippe, sitze ich an meinem geöffneten Fenster. Ich wünschte, das komische Sushirestaurant nebenan würde nach Geschäftsschluß seine Bierbänke einräumen, das würde meinen Schlaf erheblich verbessern. Und ich müßte nicht allabendlich feststellen, daß in mir ein kleiner Spießer wohnt, der Wörter wie ‚Lärmbelästigung‘ in seinen aktiven Wortschatz aufgenommen hat. Bisher habe ich das Wort noch nicht laut ausgesprochen, aber daß ich es hier niederschreibe, ist auch schon ein bedenkliches Zeichen.

Schuld daran sind heute abend aber nicht nur einfach trinkende und quatschende Prenzlauerbergspaziergänger, die sich vor meinem Haus eine kleine Pause gönnen, sondern eine Person mit einem mp3-fähigen Handy.
Handys mit mp3-Player-Funktion haben in letzter Zeit leider die Rolle dessen eingenommen, was in den guten alten Breakdance-Achtzigern die mobilen Boomboxen waren, nostalgisch und politisch unkorrekt ausgedrückt: die Ghettoblaster.
Ich war damals noch ein bißchen zu klein, um selber einen mit mir rumtragen zu wollen, aber wahrgenommen habe ich das schon, und fand’s sogar irgenwie cool, daß da irgendwelche Styler auf der Straße herumlaufen und große batteriebetriebene Musikkisten auf der Schulter mit sich herumtrugen, um sich und ihre Umwelt zu beschallen.
Diese mobilen Boomboxen sind jetzt durch kleine plärrende Handgeräte ersetzt worden, die ein paar grundlegende Nachteile haben:
a) die akustische Qualität.
b) die musikalische Qualität. Es sind leider nicht mehr die Styler, die die Dinger wirklich benutzen, sondern nur noch die Volldeppen, was sich leider auf die Auswahl der abgespielten Songs niederschlägt.
c) die Repeat-Funktion. Gerade im Moment zum beispiel höre ich zum achten Mal die neue Single der Red Hot Chilli Peppers von der Straße hochschallen. Ich habe nichts gegen die Red Hot Chilli Peppers, wirklich nicht. Die finden sich auch in meiner Plattensammlung, und anscheinend sitzt da unten ein Volldepp mit wenigstens rudimentär ausgebildetem Musikgeschmack. Aber ungefähr ab dem dritten Mal fing ich schon an, mich über vorbeifahrende Trams zu freuen, denn die sind lauter und übertönen kurzfristig das monotone Geplärre da unten.
d) es sieht einfach nicht lässig aus, mit einem handtellergroßen, plärrenden Etwas durch die Gegend zu schlendern. Wenn irgendwas Krach macht, muß es wenigstens eine eindrucksvolle Erscheinung haben.

Punkt.

There’s some serious killin‘ to be done

‚A History of Violence‘. ‚Sin City‘. Whatever. You name it.
Über die Qualitäten der Filme läßt sich lange diskutieren, damit fange ich jetzt hier gar nicht erst an, aber eins haben alle Filme dieser Sorte gemeinsam: eine bestimmte Sorte Publikum.

Während ich angestrengt versuche, mein Abendessen im Magen zu behalten, sitzen vor mir, hinter mir, neben mir eine Menge Leute, die vermutlich Pulp Fiction für den Höhepunkt des abendländischen Kinos halten und sich gar nicht mehr einkriegen vor lauter ‚hö hö‘ und ‚hasse dat gesehn?‘. Gerne werden auch besonders zitierfähige Textzeilen laut und mehrfach wiederholt.

Ich sag euch mal was, Dumpfbacken:
Figuren mit abgeschossenen Ohren/Armen/Gesichtern oder Leichen, die plötzlich anfangen, aus künstlich herbeigeführten Körperöffnungen zu sprechen, sind NICHT WITZIG.